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Grundlagen

Der digitale MedInfo Assistent (auch als "Smart SmPC" / "Smarte Fachinformation", bzw. "Interaktives FAQ" bezeichnet) ist eine Anwendung für Webseiten. Der Assistent kann auf Freitextfrage von Nutzern zu einzelnen Medikamenten mit vorformulierten und festgelegten Frage-Antwort-Paaren reagieren. Vor der Beantwortung wird dem Nutzer eine Frage angezeigt, die der Assistent, basierend auf der Freitexteingabe, erkannt hat. Diese Erkennung nennen wir Matching. Erst das Matching der angezeigten Frage auf die Freitextfrage durch den Nutzer, triggert die Ausgabe einer Antwort. Nicht die Antwort wird demnach von der Freitextfrage ausgelöst, sondern eine Frage wird durch die Eingabe vom Nutzer getriggert. Alle angezeigten Fragen, sowie ausgegebenen Antworten basieren auf einem bestehenden Frage-Antwort-Katalog (Standardfragenset), der vom Kunden vor der Anwendung freigegeben wird.

Allgemeine Funktionsweise

  • Die Informationsgrundlage des digitale MedInfo Assistent ist die öffentlich zugängliche Fachinformation der jeweiligen Arzneimittel. Er bezieht seine Informationen ausschließlich aus den ihm zur Verfügung gestellten Dokumente. Dabei wird jedes Medikament isoliert betrachtet, d.h., jede Nutzerfrage muss sich auf ein einzelnes Medikament beziehen.

  • Ausgehend von den bereitgestellten Dokumente werden KI-gestützt Antworten auf einheitlich und medizinisch korrekt formulierte Fragen (Standardfragenset) für jedes Medikament erstellt. Die gewonnenen Frage-Antwort-Paare werden in einem Katalog abgelegt. Anders als bei generativ eingesetzter KI, wie beispielsweise ChatGPT (siehe unten), sind dadurch die Antworten auf die Fragen unveränderlich und werden nie in Echtzeit generiert.

  • Alle Frage-Antwort-Paare können jederzeit vom Kunden eingesehen und überprüft werden. Neue Frage-Antwort-Paare können durch geschulte Personen erstellt werden. Bevor sie in den Katalog aufgenommen werden, müssen sie allerdings freigegeben werden.

  • Wenn ein Nutzer eine Frage stellt, so wird die Frage analysiert und auf ein passendes Frage-Antwort-Paar aus dem Katalog zugeordnet. Dem Nutzer wird daraufhin die zugeordnete Frage und die dazu freigegebene Antwort präsentiert. Dieses Vorgehen verhindert unpassende Antworten hinsichtlich der gestellten Frage und ermöglicht durch die Ausgabe einer erkannten Frage dem Nutzer die Möglichkeit, die Antwort hinsichtlich der erkannten Intentionen zu überprüfen.

  • Aufgrund des beschriebenen Verhaltens ist der digitale MedInfo Assistent von Xircle kein Chatbot: Er tritt nicht in Dialog mit dem Nutzer, d.h., er stellt keine Rückfragen, präsentiert allen Nutzern die gleichen Frage-Antwort-Paare, kann keine Diagnosen stellen und keine Folgefragen beantworten.

Einordnung gegenüber generativer KI-Anwendungen

  • Während generative Anwendungen (wie beispielsweise ChatGPT) in der Lage sind, neue, kontextunabhängige Antworten zu erstellen und komplexe Dialoge zu führen, stellt der digitale MedInfo Assistent vorgegebene Informationen zu Medikamenten bereit und beantwortet nur ein spezifischen Umfang von Fragen.

  • Zusätzlich gibt der digitale MedInfo Assistent standardisierte Antworten, die durch Nutzereingaben nicht individualisierbar sind.

  • Generative KI-Modelle könnten potenziell riskantere Informationen bereitstellen, da sie dem Nutzer suggerieren, komplexe medizinische Fragen beantworten zu können, was zu Missverständnissen oder falschen Informationen führen kann. Beim digitalen MedInfo Assistent besteht dieses Risiko nicht, da er keine Diagnosen oder Behandlungsentscheidungen trifft und bei nicht erkannten oder riskanten Fragen auf den Medizinischen Infoservice verweist.

  • Generative Anwendungen können durch ihre Antworten die Wahrnehmung und Entscheidungsfindung der Nutzer beeinflussen. Die Ausgaben des digitalen MedInfo Assistenten sind neutral und rein informativ angelegt, um Entscheidungen der Nutzer nicht zu beeinflussen.

Abgrenzung gegenüber Medizinproduktegesetz (MPG)

  • Der digitale MedInfo Assistent richtet sich an die allgemeine Öffentlichkeit. Es werden nur öffentlich verfügbare Informationen zu Medikamenten bereitgestellt, ohne Diagnosen zu stellen oder Behandlungsentscheidungen zu empfehlen. Daher wird der Assistent als Informationsquelle und nicht als medizinisches Produkt angeboten.

  • Der digitale MedInfo Assistent greift nicht aktiv in den medizinischen Prozess ein, da er keine direkten Interventionen oder Entscheidungen trifft. Er bietet lediglich Informationen zu Medikamenten, ohne Empfehlungen auszusprechen, die das Verhalten der Nutzer in Bezug auf ihre oder die Gesundheit Dritter beeinflussen könnten.

  • Der digitale MedInfo Assistent bietet keine personalisierten Empfehlungen oder Diagnosen basierend auf spezifischen Gesundheitsdaten der Nutzer und unterscheidet sich somit von regulierten medizinischen Anwendungen.

  • Der Funktionsumfang des digitalen Assistenten ist klar auf die Beantwortung allgemeiner Fragen zu Arzneimittel beschränkt und bietet keine weiteren Funktionen, was ihn von Medizinprodukten abgrenzt.